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AUSZUG AUS DEM

A R C H I T E K T E N G E S E T Z

S A C H S E N – A N H A L T

(ArchtG-LSA) vom 28. April 1998 GVBI. LSA Nr. 16/ 1998, ausgegeben am 04.05.1998

Teil 1

Schutz der Berufsbezeichnungen

"Architektin" und "Architekt" sowie "Stadtplanerin" und Stadtplaner"

§ 1

Berufsaufgaben

 

Abs. 1

Berufsaufgaben der Architektinnen und Architekten sind in der/ den Fachrichtung/en:

 

3.

Landschaftsarchitektur: die gestaltende, ökologische, technische, wirtschaftliche und soziale Planung von Gärten, Landschaften und Freianlagen sowie die Mitwirkung an der Landesplanung.

 

Abs. 3

Die Beratung, Betreuung und Vertretung des Auftraggebers in den mit der Planung und Durchführung eines Vorhabens zusammenhängenden Fragen einschließlich der Überwachung und Koordinierung der Ausführung gehören mit zu den Berufsaufgaben der Berufsangehörigen nach Absatz 1 ...

 

Abs. 4

Zu den Berufsaufgaben der Berufsangehörigen nach Absatz 1 ... gehört auch die Erstellung von Fachgutachten, zu denen der Berufsangehörigen nach Absatz 1 Nr. 3 ... auch die Ausarbeitung städtebaulicher Pläne.

§ 2

Ausübung des Berufes

 

Abs. 1

Berufsangehörige nach § 1 Abs. 1 ... können ihren Beruf in den Tätigkeitsarten "frei", "baugewerblich", "angestellt" oder "im öffentlichen Dienst tätig" ausüben.

 

Abs. 2

Frei tätig ist, wer seinen Beruf unabhängig und nicht baugewerblich ausübt. Unabhängig ist nur, wer selbständig und auf eigene Rechnung arbeitet und bei der Ausübung seines Berufes keine eigenen oder fremden Produktions-, Handels- oder Lieferinteressen vertritt oder zu vertreten verpflichtet ist ...

§ 3

Berufsbezeichnungen

 

Abs. 1

Die Berufsbezeichnungen "Architektin" und "Architekt" in ihrer Fachrichtung sowie "Stadtplanerin" und "Stadtplaner" sowie den Zusatz "frei" darf vorbehaltlich § 11 Abs. 1 (Auswärtige) nur führen, wer damit in die Architekten- und Stadtplanerliste des Landes Sachsen-Anhalt eingetragen ist.

§ 4

Eintragung in die Architekten- und Stadtplanerliste

 

Abs. 1

Auf Antrag ist in die Architekten- und Stadtplanerliste des Landes Sachsen-Anhalt als Architektin und Architekt der jeweiligen Fachrichtung oder als Stadtplanerin und Stadtplaner einzutragen, wer als natürliche Person die Befähigung (§§ 5, 6) nachweist, seinen Berufsaufgaben nachkommen zu können.

 

Abs. 3

In die Architekten- und Stadtplanerliste müssen sich Berufsangehörige nach § 1 Abs. 1 ... eintragen lassen, wenn sie überwiegend in Sachsen-Anhalt tätig sind oder eine Niederlassung errichtet haben. Es wird vermutet, dass in Sachsen-Anhalt überwiegend tätig ist, wer eine Wohnung in Sachsen-Anhalt hat oder wer hier in einer Gesellschaft tätig ist, die in Sachsen-Anhalt Sitz oder Zweigniederlassung hat.

§ 5

Befähigung von Antragstellern

 

Abs. 1

Über die Befähigung im Sinne von § 4 Abs. 1 verfügt, wer:

 

1.

Eine Abschlußprüfung an einer deutschen Hochschule in einer der Architekturfachrichtungen oder in der Fachrichtung Stadtplanung die Abschlußprüfung im Studienfach Stadtplanung oder bei einem Studienschwerpunkt in der Stadtplanung, in dem Studienfach Architektur, Raumplanung oder einem vergleichbaren Studiengang bestanden hat und

 

2.

in seiner Ausbildungsfachrichtung eine nachfolgende mindestens zweijährige vollzeitliche, eine zeitlich angemessene halbzeitliche praktische Tätigkeit oder eine nachfolgende Lehr- oder Forschungstätigkeit von mindestens drei Jahren an einer Ausbildungsstätte nach Nummer 1 für die Berufsaufgaben gemäß § 1 ausgeübt hat. Die zweijährige vollzeitliche Tätigkeit oder die zeitlich angemessene halbzeitliche praktische Tätigkeit müssen den Anforderungen nach den Absätzen 2 bis 4 (hier nicht zitiert) entsprechen.

Teil 2

Architektenkammer

Abschnitt 1

Rechtsstellung der Architektenkammer und ihrer Mitglieder

§ 12

Architektenkammer

 

Abs. 1

Die im Land Sachsen-Anhalt errichtete Architektenkammer führt die Bezeichnung "Architektenkammer Sachsen-Anhalt".

 

Abs. 2

Die Architektenkammer ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie führt ein Dienstsiegel.

 

Abs. 3

Sitz der Architektenkammer ist Magdeburg.

§ 13

Aufgaben der Architektenkammer

Aufgabe der Architektenkammer ist es,

 

1.

das Bauwesen, die Baukunst, den Städtebau und die Landschaftsgestaltung zu fördern und dabei auch die Belange des ökologischen, frauen- und familienfreundlichen sowie des behindertengerechten Bauens zu unterstützen,

 

2.

die Berufsinteressen des Berufstandes zu vertreten und sein Ansehen zu fördern,

 

3.

die berufliche Aus- und Weiterbildung der Berufsangehörigen zu unterstützen,

 

4.

in Fragen der Berufsausübung den Berufsstand zu beraten,

 

5.

auf die Beilegung beruflicher Streitigkeiten zwischen den Mitgliedern des Berufsstandes sowie zwischen diesen und Dritten hinzuwirken,

 

6.

gegenüber Behörden und Gerichten in Angelegenheiten des Berufsstandes Stellung zu nehmen und Gutachten zu erstatten,

 

7.

Sachverständige zu bestellen und zu vereidigen, wofür sie sich eine Sachverständigenbestellungsordnung gibt,

 

8.

Bei der Auslobung von Wettbewerben beratend tätig zu sein und auf die Einhaltung des geltenden Rechts bei der Wettbewerbsdurchführung hinzuwirken.

§ 16

Berufspflichten

 

Abs. 1

Die Mitglieder der Architektenkammer und die auswärtigen Berufsangehörigen haben ihren Beruf gewissenhaft auszuüben. Sie haben sich der Achtung des Vertrauens würdig zu zeigen, die ihre Stellung erfordert.

 

Abs. 2

Sie sind insbesondere verpflichtet,

 

1.

Leben und Gesundheit Dritter, Belange des Umweltschutzes und bedeutende Sachwerte durch ihre Berufsausübung nicht zu gefährden,

 

2.

die Interessen der Auftraggeberin oder des Auftraggebers und deren Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse zu wahren,

 

3.

sich gegen Haftpflichtgefahren ausreichend, Gesellschaften mindestens in Höhe der Mindestversicherungssummme, zu versichern und dies nachzuweisen, soweit sie eigenverantwortlich für andere tätig werden,

 

4.

in Ausübung einer freien Tätigkeit (§ 2 Abs. 2) weder eigene noch fremde Produktions-, Handels- oder Lieferinteressen zu verfolgen und für sich, Angehörige oder Mitarbeiter keine im Zusammenhang mit der Berufsausübung stehenden Provisionen, Rabatte oder sonstige Vergünstigungen entgegenzunehmen oder zu verlangen,

 

5.

sich beruflich fortzubilden und sich über die für ihre Berufsausübung geltenden Bestimmungen fortlaufend zu informieren,

 

6.

sich gegenüber Berufsangehörigen, Mitarbeitern und in der Zusammenarbeit mit Angehörigen anderer Berufe kollegial zu verhalten,

 

7.

aufdringliche und unlautere Werbung zu unterlassen,

 

8.

sich an Wettbewerben nur zu beteiligen, wenn ein fairer und lauterer Leistungsvergleich sichergestellt ist,

 

9.

Pläne und Bauvorlagen nur zu unterzeichnen, wenn sie von ihnen selbst oder unter ihrer Leitung und Verantwortung gefertigt worden sind.

 

 

Vergütung nach:

der Verordnung über die Honorare für Leistungen der Architekten und Ingenieure (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure - HOAI)

vom 17. September 1976 (BGBI. I S. 2805, 3616) in der Fassung vom 21. September 1995 (BGBI. I S. 1174) zuletzt geändert durch das Neunte Euro-Einführungsgesetz